Der Flachs

Flachsrupfenbzw. "der Haar" war bis ins 19. Jh. die Haupt-Einnahmequelle der Ötztaler Bauern. Er war wegen seiner Qualität hoch geschätzt und wurde sogar an der Börse gehandelt.

"Im Ötztal wird allgemein eine beträchtliche Masse des feinsten Flachses erzeugt und davon ein ansehnlicher Teil auf die Bozner Märkte und in das römische Reich abgesetzt."
(Beschreibung des Gerichtes Petersberg 1788)

Er wurde noch nach dem Zweiten Weltkrieg angebaut. Je nachdem, ob "weißer" oder "grauer" Haar angebaut wurde, waren die ersten Verarbeitungsschritte unterschiedlich.
Der letzte Flachsanbau erfolgte in Umhausen 1952, in Längenfeld 1956.

Der erntereife Flachs im Museums-Garten wird "gerupft"

Pluidl / Pluil


Seit Juni 2004 ergänzt ein "Pluidl" oder auch "Pluil" die umfangreiche Flachs-Dokumentation im Museum. Es ist eine "Maschine" zum Flachsbrechen.
Das rhytmische, dumpfe Wumm der niederfallenden Bäume auf den darunter gelegten Flachs ist nicht Lärm, es ist weithin hörbare wuchtige Musik.

Eine sehr detailreiche Beschreibung der Flachs-Verarbeitung im Ötztal bietet die im Museum als Reprint-Ausgabe erhältliche Kleinschrift
"Die Bauernarbeit im Oetztal einst und jetzt" des Ötzer Bauern Franz Josef Gstrein,
erschienen 1932.

Die Flachsverarbeitung war staubige Handarbeit, die maschinelle Unterstützung sehr bescheiden. Außer den Handgeräten für die Verarbeitung ist im Museum ein vom vorbeirauschenden Lehnbach angetriebener "SCHWINGER" zu sehen, in dem die holzigen Bastteile des Flachses von den Fasern abgestreift wurden.

Wegen der Bedeutung des Flachsanbaues für das Ötztal wird dem "Haar" im Museum entsprechend Raum gegeben. Flachsanbau und -verarbeitung sind umfassend dokumentiert.

Ötzer Grommellied

Grommel-Ofen

Grommel-Ofen